Stefanie Kurmann, Co-Leitung Bildung der BZE AG: «Wer ausbildet, übernimmt Verantwortung. Wir nehmen uns Zeit für Fragen, erklären Arbeitsschritte und fördern Selbstständigkeit. Gleichzeitig bringen Lernende neue Perspektiven ein und helfen uns, Gewohntes zu hinterfragen.»

«Wir sehen nicht nur die Leistung. Wir sehen den Menschen.»

INTERVIEW MIT STEFANIE KURMANN

Stefanie Kurmann verantwortet als Co-Leiterin Bildung zusammen mit Regula Grillo die Ausbildung von knapp 90 Lernenden und HF-Studierenden bei  Der BZE AG. Im Interview erzählt sie, was Lernende brauchen, warum Fehler zur Ausbildung gehören und woran sie merkt, dass Lernen gelingt. 

Was macht eine Ausbildung bei der BZE AG besonders?
Der Sinn ist sehr konkret: Am Ende unseer Arbeit steht immer ein Mensch. Ganz gleich, ob jemand in der Pflege, im KV oder im Betriebsunterhalt lernt. Was wir tun, trägt zum Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner bei. Gleichzeitig geben wir Lernenden früh Verantwortung. Sie sollen nicht einfach zuschauen. Sie sollen ausprobieren, fragen, mitdenken und selbstständiger werden.

Und wenn etwas nicht gelingt?
Dann schauen wir hin. Fehler gehören dazu. Entscheidend ist, was jemand daraus macht und welche Begleitung nötig ist. Ausbildungswege sind nicht  immer gerade. Manchmal braucht es mehr Zeit, mehr Unterstützung oder einen zweiten Anlauf. Unser Auftrag endet nicht dort, wo es schwierig wird.

«Ausbildungswege sind nicht immer gerade.»
Stefanie Kurmann, Co-Leitung Bildung bei der BZE AG

Viele Lernende starten in einem grossen Betrieb. Gehen sie da nicht unter?
Genau das überrascht viele: Die BZE AG ist mit zwei Standorten und rund 500 Mitarbeitenden gross. Trotzdem sind die Wege kurz. Für die Begleitung ist nicht nur eine einzelne Person zuständig. Das eigene Team, Berufsbildende und das ganze Bildungsteam tragen sie gemeinsam. Schon nach kurzer Zeit kennt man sich recht gut und weiss, wer bei Fragen weiterhilft.

«Wenn aus «Kann ich das?» langsam «Ich übernehme das» wird, dann ist etwas Enscheidendes passiert.»
Stefanie Kurmann, Co-Leitung Bildung bei der BZE AG

Wann ist eine Ausbildung für dich gelungen?
Nicht nur dann, wenn jemand den Fachausweis in der Hand hält. Wir merken es, wenn jemand sicherer wird. Wenn aus «Kann ich das?» langsam «Ich übernehme das» wird. Fachwissen gehört natürlich dazu. Ebenso wichtig sind Selbstständigkeit, Verantwortung und die Fähigkeit, mit schwierigen Situationen umzugehen.

Was lernen die jungen Menschen voneinander?
Sehr viel: Knapp 90 Lernende bringen unterschiedliche Berufe und Stärken zusammen. Im interdisziplinären Unterricht wird das sichtbar. Eine KV-Lernende hilft bei einer Vertiefungsarbeit. Ein Mediamatiker produziert einen Willkommensfilm für seine zukünftigen Mitlernenden. Andere teilen Erfahrungen aus Pflege, Betreuung oder Betriebsunterhalt. Das ist kein Zusatzprogramm. Es ist Teil davon, wie bei uns gelernt wird.

Warum investiert die BZE AG so stark in Ausbildung?
Weil qualifizierte Fachkräfte eine fundierte Ausbildung brauchen. Dafür investieren wir heute Zeit, Wissen und Vertrauen. Schön ist, dass dieses Jahr knapp die Hälfte der 27 Abschlusslernenden bei uns weiterarbeitet. Das ist kein Grund, sich zurückzulehnen. Aber es zeigt, dass viele ihren Weg bei uns 
fortsetzen wollen, und das freut uns sehr.

24. September 2026