Wo es passt, werden Begegnungen zwischen den Kindern und den Demenzbetroffenen gefördert. Die Mitarbeitendengruppen der KiTa und der Wohngruppe sind auf die Bedürfnisse der jeweils anderen Betreuungsgruppe geschult und sensibilisiert.

Intergenerationelle Betreuung

KiTa in der Demenzwohngruppe

Seit September 2024 teilen Vorschulkinder und Menschen mit Demenz ihren Alltag in der Wohngruppe des Emmenfeld Betagtenzentrums. Was ungewöhnlich klingt, ist wissenschaftlich bestätigt und in der Praxis bewährt – und einzigartig in der Schweiz. 

Jeden Morgen kommen die Kinder der Gruppe «Spielmüüs» der KiTa LUUSZAPFE der BZE AG in die Wohngruppe. Sie singen gemeinsam, basteln, erzählen Geschichten. Neben den täglich spontanen Begegnungen, findet ein Mal wöchentlich eine geplante gemeinsame Aktivität statt. Die Bewohnerinnen und Bewohner erleben dabei etwas, das im Pflegealltag selten ist: natürliche, ungezwungene Begegnung mit Kindern.  

Wichtig: Alle Aktivitäten zwischen den Generationen sind auf freiwilliger Basis für die Bewohnerinnen und Bewohner ebenso wie für die Kinder.

«Die Kinder lernen auf natürliche Art das Alter und Themen kennen, die das Alter bringt. Und die Demenzbetroffenen haben mit den Kindern wieder wache Momente. Wenn ein Kind einen Ball wirft, reagieren sie anders, als wenn Pflegemitarbeitende das machen. Es weckt einen elterlichen Instinkt in Ihnen.»
Edith Kaufmann, Pflegefachfrau, Gerontologin und Leiterin Angebote Alzheimer Luzern

Was Bewohnerinnen und Bewohner hier erleben

Menschen mit Demenz brauchen ein überschaubares und sicheres Umfeld, das ihnen Geborgenheit gibt und zugleich Lebendigkeit hat. Die intergenerative Wohngruppe bietet beides. Die täglichen Begegnungen mit den Kindern bringen messbare positive Wirkungen. Bewohnerinnen und Bewohner erleben mehr Freude und Aktivierung, stärkere soziale Teilhabe und wache Momente, die im herkömmlichen Pflegealltag so nicht entstehen. Besonders wichtig: Die Wirkung entsteht durch Regelmässigkeit. Es sind keine punktuellen Besuche, sondern gelebter Alltag.  

«Es gibt einen Herr, der trotz fortgeschrittener Demenz alle Kindernamen kennt. Bewohnerinnen kommen auch mal ins Spielzimmer, um “mitzuhelfen” oder einfach um zu schauen, was los ist.»
Angela Fritzsche, Co-Leitung Team Wohngruppe und Mitverantwortliche Projekt intergenerationelle Betreuung

Fachlich begleitet, behördlich bewilligt

Das Projekt wurde sorgfältig aufgebaut und 2024 als Pilotprojekt gestartet. Die Mitarbeitenden beider Teams – KiTa und Wohngruppe – wurden gemeinsam und professionell geschult. Die Eltern wurden frühzeitig in das Projekt involviert. Die Risiken für beide Seiten wurden von Alzheimer Luzern und Fokus frühe Kindheit geprüft und durch einen Fachbericht der HSLU untersucht.

Die Pflegekinderaufsicht der Gemeinde Emmen erteilte im Dezember 2025 die Betriebsbewilligung für die intergenerationelle Betreuung in der Wohngruppe.

Die Alois & Auguste Stiftung hat das Projekt finanziell unterstützt.  

Die Wohngruppe im Überblick

Die Demenzwohngruppe im Emmenfeld Betagtenzentrum ist räumlich von anderen Bereichen abgegrenzt und ausschliesslich für Menschen mit einer demenziellen Entwicklung gedacht. Die Tagesstruktur ist klar gegliedert, das Personal speziell geschult, der Personalschlüssel erhöht. 

  • 18 Pflegeplätze
  • Tages- und Nachtgastplätze verfügbar
  • Offener Grundriss mit viel Bewegungsraum
  • Garten mit Barfusspfad
  • Tägliche Begegnungen mit Kindern zwischen 3 und 5 Jahren
  • Regelmässige Aktivitäten, z.B. Singen, Konzerte
  • Enger Einbezug der Angehörigen 

Auch im Alp Betagtenzentrum bietet die BZE AG eine Demenzwohngruppe. Für den Ersatzneubau Haus Mattli beim Alp Betagtenzentrum ist eine weitere intergenerationelle KiTa in Planung. 

«Die intergenerationelle Betreuung ist ein Mehrwert für alle Beteiligten. Eine sorgfältige Planung ist sehr wichtig. Es ist ein wunderschönes Projekt, das mit viel Achtsamkeit und Sorgfalt gelingt.»
Monika Bütler, Co-Leitung Ressort Pflege und Betreuung BZE AG

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